Gartenschreiber
Wolfram Franke

Biotopteich

Nach der Größe von 2 x 3 Meter und 60 Zentimeter Tiefe zu urteilen, ist er eher ein Tümpel oder eine größere Pfütze. Ein 1 Meter breiter und 3 Meter langer Wassergraben schließt sich an. Abgedichtet habe ich Teich und Graben im Jahr 1990 mit einer 0,5 Millimeter dicken Polyäthylenfolie. Sie hält immer noch dicht! Die Folie ist mit einer dünnen Lage Kies bedeckt. In der Mitte blühen eine rosa und eine weiße Seerose, deren Namen ich nicht mehr weiß. Rundum wachsen im flachen Wasser Wasserschwertlilien (Iris pseudacorus), Kalmus (Acorus calamus), Sumpfdotterblumen (Caltha palustris) Pfeilkraut (Stratiotes aloides) und Froschlöffel (Alisma plantago-aquatica). Im flachen Wasser gedeiht die Zwergbinse (Juncus effesus). Als Unterwasserpflanze haben wir Hornblatt (Ceratophyllum demersum) eingesetzt. 

Biotop für Kröten und Molche und Libellen

Seit einem Jahr nach der Anlage sind Bergmolche und Erdkröten ständige Gäste in unserem Biotopteich. Außerdem haben wir schon bis zu sieben verschiedene Arten von Libellen in einem Sommer gezählt. Zu einem Biotopteich gehört nicht nur das Wasser, sondern auch eine naturnahe Umgebung, in der Insekten und Amphibien im Winter Unterschlupf finden. In unserem Garten sind das vor allem Trockenmauern, in deren Spalten Kröten und Molche überwintern können. Die Stauden werden erst im nächsten Frühjahr zurück geschnitten. 

Nur wenig Pflege

Die Pflegearbeiten hielten sich in den 25 Jahren in erträglichen Grenzen. Algen gab es nur in den ersten zwei Jahren. Danach traten sie nur sporadisch auf. Aber das ist bei jedem stehenden Gewässer ganz normal. Im Herbst legen wir ein Netz über den Teich, um das Herbstlaub abzufangen. Um der Verlandung Einhalt zu gebieten, mussten wir den Pflanzen Bewuchs vier Mal im Abstand von fünf bis sechs Jahren ausdünnen und den Bodenschlamm entfernen. Der günstigste Zeitpunkt dazu ist der November, weil dann die Tierwelt am wenigsten beeinträchtigt wird. Wir haben das Wasser herausgeschöpft und in vielen Tonnen, Wannen und Eimern aufgefangen. Da das Volumen dieses Tümpels klein ist, konnten wir das gesamte Wasser zwischenlagern und damit den Teich wieder füllen. Durch die Entfernung des Schlamms und Pflanzenmasse lag zwar der Wasserspiegel etwas tiefer, der aber bald durch den Regen wieder aufgefüllt wurde.

Kompaktwissen für den Biotopteich

Als Anleitung für den eigenen Gartenteich empfehle ich Ihnen mein Taschenbuch Gartenteiche. Darin finden Sie sowohl praktische Anleitungen für den Bau naturgemäßer Kleingewässer als auch viele Beispiele von originell gestalteten Biotopteichen.

Siehe Publikationen.